Arbeitsbereich Digitalisierung

Seit Jahren ist das Thema Digitalisierung in der Suchthilfe bekannt und findet immer mehr Platz in der Arbeit mit Suchterkrankten. Hierbei entstehen sowohl Chancen, wie die Überbrückung von Entfernungen als auch Herausforderungen, wie zum Beispiel datenschutzrechtliche Absicherungen. Vor allem in der ambulanten Suchtberatung gibt es seit Jahren Onlineberatungsangebote, die in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Die NLS beschäftigt sich mit dieser Thematik und unterstützt die Weiterentwicklung der digitalen Suchtberatung unter anderem durch das Projekt „DigiSucht“.
Gemeinsam mit Einrichtungen, Verbänden sowie Ministerien setzt sich die NLS für die Weiterentwicklung der Digitalisierung in der Suchthilfe ein. Ziel ist es hierbei, die bestehenden Angebote der Suchthilfe zu ergänzen und neue digitale Lösungen anzubieten. Digitale Angebote in der Suchthilfe können einen Beitrag zur Reduzierung der Hemmschwelle für (Erst-)Beratungen sowie eine Intensivierung und Integration der Beratung in den Alltag leisten.

DigiSucht - Digitale Suchtberatung in Niedersachsen

DigiSucht ist eine digitale Beratungsplattform,  die anonym und kostenfrei genutzt werden kann. Die Online-Suchtberatung auf DigiSucht richtet sich an Betroffene, Angehörige und Eltern und bietet Unterstützung bei allen Fragen zum Umgang mit Drogen, psychoaktiven Substanzen, Glücksspiel oder digitalen Medien. Die Plattform verbindet Ratsuchende digital mit Beratungsstellen in ihrer Nähe und ermöglicht den digitalen Austausch mit professionellen Berater*innen, die auch in lokalen Suchtberatungsstellen arbeiten.

Digitale Suchtberatung kann vieles sein:

  • Informationsvermittlung,
  • Beratung und Begleitung,
  • Vermittlung in weiterführende Maßnahme, wie z.B. Rehabilitationsmaßnahmen, Selbsthilfegruppen.

Die Beratung kann kostenfrei per Nachricht, Textchat, Videochat stattfinden. Zudem können digitale Tools in der Beratung genutzt werden. Dies sind interaktive Übungen, die bei der Reflexion von Einstellungen und Verhaltensweisen unterstützen können. Dazu gehören z.B. ein Konsumtagebuch oder eine Motivationswaage.

Künstliche Intelligenz in der Suchthilfe

Das Thema Künstliche Intelligenz in der Suchthilfe ist bislang noch wenig verbreitet. Dennoch beschäftigen sich viele Akteure auf Bundes- sowie Landesebene mit diesem Thema. Um KI in der Suchthilfe voranzubringen, sind klare Grenzen und gemeinsame ethische und organisatorische Rahmenbedingungen notwendig. Diese wurden durch ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Projekt, welches die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen durchgeführt hat, in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren aus der Suchthilfe, Verbänden sowie Ministerien erarbeitet. Bei diesem Projekt ist das Potsdamer Memorandum für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Suchthilfe entstanden, welches einen ersten Schritt für die Gestaltung der Entwicklung von KI in der Suchthilfe darstellt.

Download Potsdamer Memorandum

SuchtGPT (www.suchtgpt.de) ist ein Projekt zur Gestaltung, Programmierung und Testung eines KI-basierten Chatbots für Suchtfragen. Mit Hilfe großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) soll im SuchtGPT Projekt ein Chatbot realisiert werden, der Fragen aus dem Bereich der Suchthilfe möglichst korrekt und qualitätsgesichert beantworten kann. Durch die Einbindung von Fachwissen und methodischen Hinweisen zur Gesprächsführung soll der Chatbot auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzenden eingehen und sie angemessen bei ihren Anliegen unterstützen können.

Das SuchtGPT Projekt wird von der delphi GmbH umgesetzt und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.
Hinweis: Aktuell befindet sich SuchtGPT in der öffentlichen Testphase.

Projekte im Bereich Digitalisierung

Ihre Ansprechperson


Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS)

Fabienne Jaax

Grupenstraße 4, 30159 Hannover